Effizient und sicher abkleben
Für sorgfältiges Abdecken und Abkleben gibt es keine Kompromisse. Aber
was ist wichtig, um Untergründe effizient zu schützen und sicher abzudecken?
Stress mit Kunden ist vorprogrammiert, wenn Materialspritzer und Farbränder die Freude über die frische Malerarbeit trüben. Hinzu kommt, dass zu schützende Oberflächen heute oft empfindlicher sind. Daher muss in der Regel mehr und besser abgedeckt werden.
Je nach Untergrundbeschaffenheit, Einsatzzweck und Dauer der Abklebung unterscheiden sich die Anforderungen an Klebebänder und Abdeckmaterialien. Das ist der Anlass, um mit dem Klebebandhersteller Kip aus Bocholt aktuelle Fragen rund ums professionelle Abkleben und Abdecken mit Markenprodukten zu diskutieren.
Mappe: Abdeckbänder für Maler- und Stuckateurarbeiten sind für den temporären Einsatz vorgesehen. Was unternimmt Kip, um die Belastung für die Umwelt unter Entsorgungs- und Nachhaltigkeitsgesichtspunkten möglichst gering zu halten?
Christian Würz: Unter anderem haben wir unsere Lieferkette und den Produktlebenszyklus intensiver
untersucht. Auch mit dem Ziel, zu verstehen, was mit unserem Produkt, also den Masking Tapes, passiert, nachdem es eingesetzt wurde. Das Ende des Produktlebenszyklus ist extrem davon abhängig, wie der Anwender das Produkt entsorgt. Darauf haben wir also keinen direkten Einfluss. Worauf wir allerdings direkten Einfluss haben und was kurzfristigere Ergebnisse erzielt, ist wie die Rohstoffe gewonnen werden und woher diese stammen.
Wo es möglich und sinnvoll ist, werden Kunststoffe durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt beziehungsweise ergänzt. Zellstoffe werden aus zertifizierten und nachhaltigen Quellen beschafft (beispielsweise FSC, PEFC etc.). Die Produktion findet, sofern unter qualitativen Gesichtspunkten vertretbar, lösemittelfrei statt.
Kunststoffe werden, wo möglich bevorzugt mit PCR ergänzt. Teilweise auch mit PIR. (Anmerkung der Redaktion: PIR sind recycelte Produktionsabfälle, PCR ist recyceltes Material aus vom Verbraucher entsorgten Abfällen wie Verpackungen oder Plastikflaschen.)
Wir stellen auch nachhaltigere Alternativen zu bestehenden Produkten zur Verfügung. Beispielsweise recyclingfähige Abdeckpapiere als Alternativen zum Malervlies oder Milchtütenpapier, welche nicht recyclingfähig sind. Darüber hinaus interpretieren wir das Thema Nachhaltigkeit auch mehrdimensional. Das heißt, dass wir nicht ausschließlich die ökologische Perspektive betrachten, sondern beispielsweise auch die soziale. So sind und werden unsere Produktionsstätten u.a. nach gewissen etischen und sozialen Standards gemessen, geprüft und auditiert.
Mappe: Woran erkenne ich ein für den Profieinsatz taugliches Klebeband?
Alexander Naroska: Ein Indikator für ein professionelles Klebeband ist mit Sicherheit der Einsatz hochwertiger Materialien – wie bei modernen Washi-Klebebändern mit dünnem, stabilem Träger und leistungsfähigem Acrylatklebstoff. Sie ermöglichen präzise Farbkanten und halten auch unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig. Der eigentliche Unterschied im Profibereich liegt jedoch nicht nur im Produkt, sondern in der Auswahl: Ein Profi erkennt, welches Band für welchen Untergrund, welche Einsatzdauer und welche Belastung technisch sinnvoll ist. Genau dieses Verständnis macht den Unterschied zwischen „gut abgeklebt“ und „perfekt abgeklebt“.
Mappe: Auf welchen Wegen finde ich bei Kip das passende Klebeband für meine Abklebearbeit?
A. Naroska: Bei Kip wird die Auswahl systematisch gedacht: Ausgangspunkt sind immer die Anforderungen der Anwendung – also Einsatzdauer, Untergrund, Belastung und Einsatzort im Innen- oder Außenbereich. Daraus ergibt sich, welches Band die technisch richtige Lösung ist – ob Masking-Tec, Smooth-Tec oder Washi-Tec. Mit unserem Krepp Komplett System geben wir dafür eine klare Orientierung, die den Anwender Schritt für Schritt zum passenden Band führt. Ergänzend unterstützen unser Produktkatalog sowie unsere Außendienst- Fachberater dabei, für jede Anwendung die optimale Lösung zu finden.
Mappe: Wie führe ich eine Probeverklebung durch?
A. Naroska: Eine Probeverklebung wird immer empfohlen! Sie zeigt Sicherheit auf, indem deutlich wird, ob das Klebeband für den Untergrund geeignet ist. Bei der Probeverklebung wird ein stärker klebendes Band als das eigentlich vorgesehene Klebeband auf den zu schützenden Untergrund angebracht. Dazu wird ein Klebeband von ca. 10 cm Länge fest angedrückt und ruckartig abgerissen. Falls es zu keinen Abrissschäden am Untergrund kommt, kann das schwächer klebende Band eingesetzt werden. Bei nicht sicher zu beurteilenden Untergründen, z. B. bei Verwitterungserscheinungen, sollte eine Probeverklebung über einen längeren Zeitraum von mindestens 24 Stunden vor der endgültigen Verklebung durchgeführt werden. So lassen sich die klebespezifischen Eigenschaften wie die zunehmende Krafterhöhung des Klebstoffes sicherer abschätzen. Neben der allgemeinen Testverklebung empfiehlt sich je nach Untergrund, weitere untergrundspezifische Test vorzunehmen.
Mappe: Welche Anwendungsfehler führen zu Schäden an Untergründen?
A. Naroska: Im Normallfall führen meistens eine fehlerhafte Untergrundbeurteilung und die falsche Klebebandwahl zu Schäden. So werden z. B. Klebebänder in der Praxis verwendet, welche eigentlich für einen ganz anderen Einsatz entwickelt wurden.
Mappe: Abziehen von Klebebändern: Wie mache ich es richtig und zu welchem Zeitpunkt?
A. Naroska: Das Entfernen von Klebebändern sollte vorsichtig und gleichmäßig erfolgen. Der Abzugswinkel sollte hierbei möglichst flach sein. Beim Entfernen von Papierklebebändern achtet man darauf, dass die Farbe nur angetrocknet, aber nicht durchtrocknet ist Ansonsten kann es zu einem Abriss des Trägers und zu Rückständen auf dem Untergrund kommen.
Mappe: Kleberückstände nach dem Abziehen von Klebebändern: Wie entferne ich Rückstände von kritischen Untergründen?
A. Naroska: Sollte es einmal zu Kleberückständen kommen, empfiehlt es sich, einen für den jeweiligen Untergrund geeigneten Reiniger zu verwenden. Hier bieten professionelle Reinigungshersteller passende Lösungen an. Wichtig ist dabei, den Reiniger stets eigenverantwortlich an einer unauffälligen Stelle zu testen, da je nach Untergrund und dessen Alterung unterschiedliche Reaktionen auftreten können. Die technischen Datenblätter sowie Herstellerangaben sind in jedem Fall zu beachten.
Mappe: Welche Produkte aus ihrem Portfolio sind für Maler und Stuckateure besonders interessant und warum?
A. Naroska: Ein besonderes Produkt ist unser Original Multi-Tape, weil es ein ganz konkretes Praxisproblem löst. Viele Maler und Stuckateure kennen die Situation: Flächen müssen mehrfach abgeklebt werden – erst für einen Arbeitsschritt, dann erneut für den nächsten. Das kostet Zeit, manchmal Nerven und birgt zusätzlich Fehlerpotenzial. Genau hier setzt unser Multi-Tape an. Wir haben ein System entwickelt, das die Vorteile eines robusten Gewebebandes mit der Präzision eines Washi-Klebebandes kombiniert. So lassen sich mehrere Arbeitsschritte effizienter umsetzen, ohne ständig neu abkleben zu müssen. Das Ergebnis ist eine Lösung, die nicht nur Zeit spart, sondern auch saubere Farbkanten und zuverlässigen Schutz bietet – genau das, was im Arbeitsalltag wirklich zählt.
Mappe: Besten Dank für ihre Hinweise und Tipps für perfektes Abkleben.
Quelle: Die Malerzeitschrift Mappe Mai 2026